Campaigning Bureau Blog

Ist deine Organisation kampagnenfähig? [7 min. read]

Gepostet von Lukas Holter am 20.02.18 15:31
iStock-481625900

Die Arbeit mit den unterschiedlichsten Organisationen und Unternehmen hat gezeigt, so verschieden unsere Interessen auch sind, unsere Probleme sind doch irgendwie ähnlich. Das, was früher gereicht hat, um Menschen zu erreichen und zu bewegen, reicht heute nicht mehr. Oder auch: Früher reichte es, Menschen nicht zu bewegen. 

Heute heißt es, wer langfristig erfolgreich sein will, versteht sich selbst als dauerhafte „Kampagne“. Daher zeigen wir 5ausschlaggebende Faktoren auf, um die Kampagnenfähigkeit deiner Organisation zu durchleuchten.

Wir klären Fragen wie:

  • Warum brauchen erfolgreiche Organisationen & Unternehmen eine Mission?
  • Welche Herausforderungen warten auf die Struktur & Kultur, wenn es um Mobilisierung geht?
  • Welche Daten interessieren uns?


Die 5 Faktoren

1. Mission Driven

Menschen folgen ihren Werten, Überzeugungen und Sehnsüchten. Manche tun das vielleicht nur in bestimmten Lebenslagen oder unterdrücken diesen Drang im Alltag. Von der Generation Y sagt man allerdings sogar, dass das ganze Leben den eigenen Träumen untergeordnet wird.

Jedenfalls aber sind die meisten von uns auf der Suche nach Organisationen & Unternehmen, welche die eigenen Werte, Überzeugungen und Sehnsüchte teilen.

Kampagnenfähige Organisationen kennen ihre Mission, sind in der Lage, diese nach Außen zu tragen und damit Menschen mit ähnlichem Mindset anzuziehen.

Mit „Mission“ meinen wir dabei weniger das oft Genannte „Wir wollen das beste Service für unsere Kunden bieten“ oder Ähnliches. Vielmehr geht es um Missionen, die über die Organisation bzw. das Unternehmen hinaus gehen, die also auch für Menschen außerhalb einen Nutzen stiften.

Mehr Infos zur Entwicklung der eigenen Mission findest du in folgendem Blogpost inkl. Gratis Worksheet zur „Campaigning Triade“.

 

2. Followership nützen

Wenn es Organisationen & Unternehmen schaffen, richtig zu begeistern, melden sich Menschen und signalisieren Bereitschaft, mehr zu tun. Mehr als nur ein Produkt zu kaufen, oder Information zu erhalten. Nach dem Motto „Hey, ich find super was ihr macht! Was kann ich tun?“

Was dann kommt, ist meist leider nicht viel. Denn zu wenige Organisationen & Unternehmen widmen sich dem zweiten Aspekt der Kampagnenfähigkeit: Wie können wir Followership richtig nützen bzw. kanalisieren?

Unsere Mission gewinnt zweifellos an Kraft, je mehr Menschen ihr folgen und sie unterstützen. Eine kampagnenfähige Organisation weiß, wie sie Möglichkeiten schafft, Begeisterte zu involvieren und für die gemeinsame Mission zu mobilisieren. Sie vermeidet „Dead Ends“, also Momente, an denen es für den begeisterten Unterstützer nichts mehr zu tun gibt. Und sie ermöglicht es, sinnvolle Beiträge zur Erreichung der Mission zu leisten.

 


Gratis Download  Workbook FollowershipLeg’ den Grundstein dafür, dass deine Kunden/Mitglieder/Kontakte einen sinnvollen Beitrag zur gemeinsamen Mission leisten können!


 
3. Data driven

Wir gehen einmal davon aus, dass wir Punkt eins und zwei erfolgreich umsetzen und mehr als eine Handvoll Menschen begeistert haben, unsere Mission zu teilen. Mit der wachsenden Anhängerschaft wird es aber auch notwendig, technische Tools einzusetzen.

Man muss in der Lage sein, seine Unterstützer-Kontakte sinnvoll zu sammeln und zu strukturieren - zahlreiche Datenbanken, CRM-Systeme oder, für den Fall sehr kleiner Kampagnen, auch Excel, können hier weiterhelfen.

Wie beinahe überall, gilt auch beim Thema Daten: Qualität vor Quantität.

Denn anders als die meisten CRM-Systeme nahelegen, braucht es zur Kampagnisierung nicht das Wissen um die Schuhgröße des Ehepartners. Für uns zählen verhaltensorientierte Daten. Wir wollen wissen, was und wie viel jemand in der Kampagne getan hat.

„Data driven“ meint aber nicht nur interne Daten, sondern auch Daten aus der Außenwelt. Egal, ob wir mit Google Optimize unterschiedliche Varianten unserer Website testen oder einfach nur mit unserem E-Mail-Tool die Klickrate tracken. Die integrierte Nutzung unterschiedlicher Daten ist das kleine Rädchen in der Kampagnenarbeit.

 

4. Struktur & Prozesse

So viel wir uns von der Kraft der vielen Unterstützer erhoffen können, so viel Arbeit steckt auch in der Vorbereitung und Betreibung dieser Art von Kommunikation bzw. Kampagnenführung.

Je nach Art und Aufbau der Organisation bzw. des Unternehmens, sind hier verschiedene Stakeholder beteiligt. Kampagnenfähigkeit ist nicht einfach nur Sache der Marketing- oder der Presseabteilung, sondern eine Unternehmensentscheidung. 

 


Gratis Download  Workbook FollowershipLeg’ den Grundstein dafür, dass deineKunden/Mitglieder/Kontakte einen sinnvollen Beitrag zur gemeinsamen Mission leisten können!



5. Kultur

Kampagnen- bzw. Mobilisierungsfähigkeit bedeutet nicht den Einsatz von einem bestimmten Tool oder einfach ein anderes Ziel für eine klassische Werbekampagne. Hier geht es vielmehr um ein Mindset - eine Art und Weise, mit seinen Kunden, Mitgliedern, Kontakten umzugehen und die Daten, die einem zur Verfügung stehen, dementsprechend zu interpretieren.

Um richtig erfolgreich zu sein, sollte dieses Mindset auch in der Kultur der Organisation, bzw. des Unternehmens verankert sein. Damit auch wirklich in allen Bereichen das volle Potenzial ausgeschöpft wird - vom CEO bis zum Empfang.

 

Conclusio

Kampagnen- bzw. Mobilisierungsfähigkeit ist in einer digital vernetzten Welt ein echter Wettbewerbsvorteil - egal ob für Interessenvertretungen, wohltätige Organisationen oder Unternehmen. Dabei geht es weniger um den Einsatz eines bestimmten Tools, als um das richtige Mindset aller Beteiligten.

 

Topics: Campaigning, business, faktoren, data, mission, Followership, struktur, prozesse, kultur, mindset

Zurück zur Übersicht

Gepostet von Lukas Holter

Lukas Holter ist Senior Consultant im Campaigning Bureau und hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Organisationen & Unternehmen bei der Planung und Durchführung von Mobilisierungskampagnen beraten. Davor sammelte er Erfahrung in der politischen Kampagnenarbeit und ehrenamtlichen Interessenvertretung. Berufsbegleitend studiert er Kommunikationswirtschaft auf der FH Wien und ist als Trainer tätig.